Mann liest Zeitung

AUS DER PRESSE

BERICHT DER FRÄNKISCHEN NACHRICHTEN

vom Samstag, 25. Januar 2021

Rund um das ehemalige Bildungshaus St. Michael soll ein grünes, urbanes Quartier entstehen – und ein modernes Hotel. Langfristig sollen rund 50 Millionen Euro investiert werden.

Tauberbischofsheim. „Noch ist es eine Vision, aber ich bin guter Dinge, dass daraus Wirklichkeit wird“, sagt Tobias Motz im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. „Tauberbischofsheim braucht nicht nur ein Hotel, sondern hat es auch verdient.“ Der Gastronom weiß, wovon er spricht. Schließlich betreibt er schon erfolgreich drei Hotels, den Edelfinger Hof in Edelfingen sowie die Alte Münze und das Miya in Bad Mergentheim. Er sei guter Dinge, dass seine Vorstellungen realisiert werden können: „Ich stehe in einem sehr guten Austausch mit Bürgermeisterin Anette Schmidt und den Stadträten und fühle mich mit meinen Plänen sehr gut aufgehoben.“ Eine erste Präsentation sei schon im Gemeinderat erfolgt.

Im ehemaligen Hotel Bildungshaus St. Michael geht derweil die Renovierung parallel voran, und deshalb blickt der Hotelier optimistisch in die nahe Zukunft: „Die Stadt Tauberbischofsheim wird ab Herbst ein neues Hotel haben, und es wird ,Das Bischof’ heißen.“ Das Hotel wird nicht nur das gastronomische Angebot der Stadt erweitern, sondern auch Arbeitsplätze schaffen. „Wir werden rund 25 Personen in Voll- oder Teilzeit beschäftigen.“

Durch die Sanierung werden 56 Zimmer entstehen, etwa durch den Umbau von ehemaligen Büroräumen oder eines großen Saals im Dachgeschoss. „So erreichen wir eine optimale Nutzung“, sagt Motz. Die Tagungs- und Veranstaltungsräume werden unterschiedlich groß sein mit einer Kapazität bis zu 200 Personen.

Während am Gebäude außen nichts verändert werden darf, erhält das denkmalgeschützte Gebäude ein komplett neues Innenleben. Dadurch soll eine besondere Atmosphäre geschaffen werden. Tobias Motz: „Zusammen mit meinem Architekten von Masswerk 5 aus Bad Mergentheim habe ich mich für einen Industrial-Look entschieden.“ Außen als altehrwürdig, innen modern. Der Hotelier nimmt dafür viel Geld in die Hand. „Rund zwei Millionen Euro werden in die Sanierung fließen“, beziffert er seine Investitionen. Aber nicht nur der Faktor Aufenthaltsqualität, auch ganz pragmatische Faktoren sorgen für die hohe Summe, in erster Linie der Brandschutz.

„Die auf dem Areal stehende Kapelle wird entprofaniert, so dass sie künftig als Veranstaltungs- oder Tagungsraum genutzt werden kann, auch für Familienfeiern wie Hochzeiten“, erläutert Motz weiter. „Sie kann natürlich auch vom künftigen Betreiber des A-la-carte-Restaurants genutzt werden. Und ich freue mich ganz besonders, dass ich dafür in Tauberbischofsheim bestens bekannte und renommierte Betreiber gefunden habe: Francesco und Rocco Carella.“

„Wir haben uns schon seit geraumer Zeit nach einer anderen, für unsere Bedürfnisse besser zugeschnittenen Lokalität in Tauberbischofsheim umgesehen und haben sie jetzt im ehemaligen Bildungshaus gefunden“, sagt Francesco Carella. „Wir werden im Sommer unser jetziges Restaurant im Sportpark aufgeben und komplett umziehen.“ Er und sein Bruder sehen in der neuen Gaststätte großes Entwicklungspotenzial. Sowohl gastronomisch als auch kulinarisch könnten sie im neuen Restaurant Ideen umsetzen, wie etwa eine Show-Küche. „Mehr wollen wir aber noch nicht verraten, aber es wird ein paar Überraschungen für unsere Gäste geben“, so Francesco Carella.

Sicher ist, dass in dem neuen Restaurant zwischen 80 und 90 Sitzplätze vorhanden sein werden und auch einige Nebenräume für Tagungen und Familienfeiern zur Verfügung stehen werden. Für Francesco Carella schließt sich gewissermaßen der gastronomische Kreis. Vor rund 20 Jahren hat er bei der Familie Motz im Edelfinger Hof sein Handwerk erlernt. Deshalb freut es ihn und auch Tobias Motz, dass sie nach langen Jahren wieder zusammengefunden haben.

Die Etablierung eines Hotels in der Kreisstadt ist jedoch nur ein erster Schritt bei der Verwirklichung der der Vision von Tobias Motz. Schließlich hat er nicht nur das Gebäude von der Erzdiözese Freiburg gekauft, sondern ein riesiges Areal. „Ich stelle mir vor, dass rund um das Haus St. Michael ein grünes, urbanes Quartier entsteht, eine Art grüne Lunge für die Stadt. Das Ziel ist ein Tauberpark bestehend aus Wohn- und Gewerbebereich.“ Letztendlich stehe hier ein Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro im Raum. „Während das Hotel allein von mir gestemmt wird, sind beim Tauberpark natürlich weitere Investoren beteiligt“, stellt der Hotelier fest.

Motz schwebt vor, auf einer Fläche von 25 000 Quadratmetern einen Mehrgenerationenpark mit unterschiedlich großen Wohneinheiten, vom Ein- bis zum Mehrfamilienhaus, von seniorengerechten Wohnungen bis zum jungem Wohnen zu errichten. Insgesamt sollen, je nach Nachfrage, rund 100 Wohneinheiten entstehen. Motz: „Wir werden uns hier nach den Wünschen der künftigen Nutzer orientieren.“ Zudem soll ein Geschäftskomplex mit einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern entstehen.

„Wir wollen jedoch nicht mit den Geschäften in der Innenstadt konkurrieren, sondern sehen uns als Ergänzung des Bestands“, macht Motz klar, dass er keine Konkurrenzsituation schaffen will. „Die Leute sollen bei uns übernachten und sich wohlfühlen, aber auch das Angebot der Innenstadt nutzen. Ich denke, dass wir als auch die Fußgängerzone von der Stadtnähe des Hotels profitieren werden.“ Er geht von einer idealen Symbiose aus, die sowohl den alten Stamm als auch den neuen Zweig gut gedeihen lassen wird. Ein gutes Miteinander sei ihm wichtig, betont er.

Autos sind auf dem grünen Quartier unerwünscht. Sie sollen in einer Tiefgarage mit 250 Parkplätzen von der Oberfläche verschwinden. Auf dem Gelände sollen Kraftfahrzeuge nicht abgestellt werden. Wenn man so viel Geld in die Hand nimmt, muss man einen guten Geschäftsplan oder das Feld zuvor gut sondiert haben. „Es gibt in der Tat schon Interessenten und eine gute Nachfrage“, so Motz. „Der Bedarf ist definitiv da.“ Spruchreif sei jedoch noch nichts.

Hat man angesichts von Corona nicht Bauchschmerzen, eine solche Investition zu tätigen? „Wann wenn nicht jetzt“, sagt Tobias Motz. „Derzeit stehen die Hotels leer, der Baulärm stört niemand, vor allem nicht unsere Gäste. Es ist zudem wichtig, antizyklisch zu agieren und pünktlich zum Ende der Krise ein gutes Angebot präsentieren zu können.“ Deshalb saniere und erweitere er auch das Hotel in Edelfingen für 1,5 Millionen Euro.

PRESSEMITTEILUNG

vom 24.09.2020

Areal ehem. St. Michael hat neuen Besitzer

Tauberbischofsheim. Das Areal des ehemaligen Knabenkonvikts St. Michael in Tauberbischofsheim hat einen neuen Besitzer. Der Bad Mergentheimer Unternehmer Tobias Motz hat das Grundstück und angrenzende Flächen von der Erzbischof-Hermann-Stiftung der Erzdiözese Freiburg erworben, der Notarvertrag wurde letzte Woche unterzeichnet. Knapp 240 Ar misst das Areal insgesamt, für die Nutzung gibt es bereits ein umfassendes Konzept.

„Unser Ziel ist es, dass das gesamte Areal auch künftig wieder ein Ort der Begegnung sein wird.“ erläutert Motz und „für die weitere Entwicklung sind wir bereits in einem sehr positiven Dialog mit der Stadt Tauberbischofsheim.“. Investitionen in Wohn- und Gewerbeflächen seien denkbar, zunächst gibt es jedoch ein primäres Ziel: Das historische Gebäude soll nach aufwendigen Renovierungsarbeiten wieder als Hotelbetrieb eröffnet werden. Geplant sind nach Aussage von Tobias Motz etwa 55 Hotelzimmer, verschiedene Veranstaltungs- und Tagungsräume sowie eine komplette Neugestaltung des Restaurant- und Barbereichs. Mit dem Projekt möchte er in Tauberbischofsheim einen attraktiven Treffpunkt für Bürger, Urlauber und Geschäftsreisende wiederbeleben.

Auch der Vorstand der Erzbischof Hermann Stiftung der Erzdiözese Freiburg, Johannes Baumgartner, ist zufrieden, dass sich für St. Michael nun neue Zukunftsperspektiven ergeben hat: „St. Michael ist eine für die Erzdiözese geschichtsträchtige Einrichtung gewesen. Priester und andere geistlichen Würdeträgern sind hier ausgebildet worden. Wir freuen uns, dass der neue Eigentümer wieder Leben in die schönen Gebäude bringen wird.“ Das Gebäude-Ensemble wurde 1871 als erzbischöfliches Knabenkonvikt mitsamt Wohnheim, Internat und Kapelle für auswärtige Schüler erbaut. Nach der Aufgabe der Schule zog 2009 ein inklusives Hotel, betrieben vom Caritasverband Tauberkreis e.V., ein. Es musste letztes Jahr seine Pforten schließen, und da es innerhalb der Erzdiözese Freiburg keine weiteren Nutzungsmöglichkeiten gab, entschloss sich die Erzbischof Hermann Stiftung als Eigentümerin zum Verkauf.

Der neue Eigentümer ist erfahrener Unternehmer und betreibt in Bad Mergentheim das 4 Sterne Landhotel „Edelfinger Hof“ sowie zwei weitere Hotels, darüber hinaus ist er exklusiver Cateringpartner der TauberPhilharmonie Weikersheim. „Wenn ein Gast sich mit einem Lächeln an den Aufenthalt bei uns erinnert, haben wir alles richtig gemacht. Um das zu erreichen geben alle im Team täglich ihr bestes.“ Getreu diesem Motto solle auch das Hotel in Tauberbischofsheim künftig geführt werden, so Tobias Motz. Sein besonderer Dank gilt den Vertretern der Erzdiözese Freiburg und der Erzbischof Hermann Stiftung für die positiven Gespräche und das entgegengebrachte Vertrauen.

gemeinsam veröffentlicht von Landhotel „Edelfinger Hof“ & Erzbischof Hermann Stiftung